Gelungenes Onboarding und Weiterbildungsangebote für temporäre Fachkräfte

Ein reibungsloser Onboarding-Prozess für temporäre Fachkräfte in Einsatzfirmen ist entscheidend für ihren Erfolg. Es geht darum, ihnen von Anfang an ein Gefühl der Zugehörigkeit zu vermitteln, sie mit Teams, Organisationsstrukturen und der Unternehmenskultur vertraut zu machen. Durch einen strukturierten Onboarding-Prozess können sie schnell produktiv werden und ihr volles Potenzial entfalten. Unternehmen sollten den direkten Kontakt zwischen HR und temporären Mitarbeitenden fördern und ihnen dieselben Weiterbildungsmöglichkeiten wie festangestellten Mitarbeitenden bieten. So schaffen sie eine motivierte und integrierte Arbeitsumgebung.

eliano davide7769

Wie sieht ein idealer Onboarding Prozess bei temporären Fachkräften in Einsatzfirmen aus?

Neue Mitarbeitende sollen sich vom ersten Tag an wohlfühlen. Teams und Organisationsstrukturen werden vorgestellt, die Unternehmenskultur nähergebracht und Prozesse sowie Erwartungen seitens der Vorgesetzten erläutert. Das Hauptziel des Onboardings ist und bleibt, der neueingestellten Person die Nervosität zu nehmen, sie in das Unternehmen einzugliedern und in der Anfangsphase gezielt zu unterstützen. Wird ein strukturierter Onboarding Prozess angewendet, ermöglicht das Neulingen zeitnah und mit Souveränität alle gestellten Aufgaben zu erledigen. Auf diese Weise entfalten sie so rasch wie möglich ihre volle Produktivität.

Genau so soll das auch bei temporären Fachkräften aussehen, denn zufriedene Mitarbeitende sind motivierter, produktiver, engagierter. Egal, ob es sich um eine befristete oder feste Anstellung handelt. Der positive Start hat einen grossen Einfluss auf die weitere Entwicklung und Zufriedenheit. Er entscheidet, ob sich die neue temporäre Fachkraft willkommen fühlt, motiviert ist und sich gut ins Team und Unternehmen integriert. Deshalb ist der Onboarding-Prozess so wichtig für Unternehmen. Ausserdem sollten Unternehmen die Möglichkeit nicht verpassen, wertvolles Feedback in den ersten Wochen der Neuanstellung abzufragen.

Woran liegt es, dass Firmen die langgesuchte Perle im Team der temporären Mitarbeitenden teilweise übersehen? Sollte der direkte Kontakt zwischen HR und temporären Mitarbeitenden gefördert werden?

Firmen stellen temporäre Fachkräfte meistens projektbezogen oder zur Überbrückung von saisonalen Auftragsspitzen ein. Diese Anstellung kann von zwei Monaten bis zu einem Jahr oder länger dauern. Wir raten Firmen keine Unterscheidung zwischen Festangestellten und Temporär-mitarbeitenden zu machen und so auch keine Zweiklassen-Gruppierung zuzulassen. Sie sollten alle Mitarbeitenden, ob festangestellt oder nur befristet an der Unternehmenskultur, Vision, Strategie, Arbeitszeitmodell und an Benefits-Programmen teilnehmen lassen und selbstverständlich alle zu der Weihnachtsfeier oder dem Abteilungsfest einladen. Kommunikation spielt dabei eine wichtige Rolle. Bleibt HR up-to-date und überprüft regelmäßig, ob und wie sie ihren temporär Angestellten während des Onboarding-Prozesses helfen können, sie fördern und ermutigen, dann erkennen sie womöglich auch die langgesuchte Perle im Team. Natürlich benötigt es dafür eine agile Führung. In der Dynamik nicht vorhersehbar, kann es nach einem befristeten Einsatz, welcher zuerst als nur für paar Wochen oder Monate angedacht war, oft auch zur Festanstellung kommen.

Was raten Sie dem HR bei der Integration des temporären Personals in den Weiterbildungsprozess?

Stellen Sie Temporärarbeitenden dieselben Weiterbildungsangebote zur Verfügung wie Ihren Festangestellten. Es ist ausserdem wichtig, auch mit temporär Mitarbeitenden einen Dialog über ihre berufliche Entwicklung aufzubauen – führen Sie mit Ihnen Gespräche innerhalb des Talent Management, genau wie mit Ihren Festangestellten. Sprechen Sie mit ihnen über ihr Potential und darüber wie sie in die Strategieentwicklung Ihres Unternehmens eingebunden werden. So schaffen Sie eine Win-win Situation für alle Beteiligten. Ihre temporären Mitarbeitenden bekommen Unterstützung für ihre berufliche Zukunft, und Sie profitieren von der Entwicklung Ihrer motivierten Temporärmitarbeitenden, die sich mit Ihrem Unternehmen identifizieren. Und welches Unternehmen will nicht die besten Mitarbeiter an Bord haben?

Was raten Sie den temporären Fachkräften, damit diese ihre Perspektiven verbessern können?

Machen Sie sich Gedanken über Ihre beruflichen Ziele, Entwicklungswünsche und prüfen Sie passende Weiterbildungsangebote. Gehen Sie proaktiv auf Ihren Berater/Personaldienstleister zu und er wird Ihnen bei der Karriereplanung zur Seite stehen wie auch der direkte Vorgesetzte der Einsatzfirma. Zögern Sie nicht diese Chance laufend zur Weiterentwicklung zu packen.

Als langjähriges Vorstandsmitglied von swissstaffing. Wie unterstützt swissstaffing die Temporärbranche bei der Weiterbildung von temporären Mitarbeitenden?

Teilweise scheitern Weiterbildungen an den Finanzierungsmöglichkeiten. Viele temporäre Fachkräfte hätten zwar das Potenzial und die Motivation sich weiterzubilden, können jedoch oft die Kosten nicht stemmen, welche eine Weiterbildung mit sich bringt. Das führt dazu, dass ein Lehrgang gar nicht erst in Betracht gezogen wird. Doch es gibt Möglichkeiten. Unser Weiterbildungsfond «temptraining» bietet subventionierte Weiterbildung für Temporärarbeitende, die dem Gesamtarbeitsvertrag (GAV) Personalverleih unterstehen. Unterstützt werden Kurse, die Sie im Beruf weiterbringen und fit für die Zukunft machen. Informieren Sie sich auf www.temptraining und prüfen Sie, ob Sie Anspruch auf eine Unterstützung haben..

Adrian Diethelm
Geschäftsführer
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